Caye Calker & Hol Chan Marine Park

Nach den bisherigen Erfahrungen in Belize haben wir lange überlegt, den Trip nach Caye Calker überhaupt zu machen. Grund dafür war hauptsächlich die „Touristisierung“ und die damit zu erwartende Enttäuschung des einst so hoch gehandelten Geheimtipps. Am Ende jedoch war die Neugier und der Wunsch den fast schon legendären Hol Chan Marine Park zu „besichtigen“ größer als alle Vorurteile. Unseren Ducato ließen wir in Belizes Old Marina zurück und hofften ihn ein paar Tage später unversehrt wiederzusehen.
Anstatt ein Taxi zum Bootsanleger in Richtung Caye Calker zu nehmen, ließen wir uns 6:45 auf das Abenteuer Bus ein. Schon beim Einsteigen wurden wir von vielen Augenpaaren gemustert – offensichtlich scheint es nicht aller Tage vorzukommen, dass sich Touristen in die lokalen Busse verirren.
Die Überfahrt nach Caye Calker dauert etwa eine Stunde, eine Stunde voll dröhnender Motorgeräusche von 3 jeweils 200PS starken Antrieben. Die Bezeichnung Wassertaxi ist damit absolut gerechtfertigt – keine romantische Überfahrt im Fischerboot. Ja und auch Caye Calker hat nichts aber auch gar nichts romantisches (mehr). Eine reine Party Insel, die vom entsprechenden Publikum völlig überlaufen ist. Selbstverständlich ist hier das Meer türkisblau und die wenigen verbliebenen Strände schneeweiß. Aber das ist auch alles was vom einstigen Paradies übrig geblieben ist. Selbst die Quartiersuche gestaltet sich für uns schwierig. Erst im dritten Anlauf finden wir einen bezahlbaren Platz auf dem wir unser kleines Zelt aufschlagen können. Auch wenn wir zu dieser Zeit schon gewusst hätten, dass wir bis nach Mitternacht mit Partymusik zugedröhnt werden, hätten wir uns wohl nicht anders entschieden – Alternativen gibt es eigentlich keine. Dafür allerdings eine reichhaltige Auswahl an Touranbietern für Schnorchel- oder Tauchtrips. Da erstere schon pro Person 60$ (US) für nicht mal 5 Stunden kosten kommt Tauchen gar nicht erst in Betracht. Der restliche Tag vergeht unspektakulär zwischen Baden, Kopfschütteln und dem permanenten Gefühl einfach am falschen Platz gestrandet zu sein – den Partyindividualtouristen aus der ganzen Welt sei dank. Ein Hoch auf Euren „Individualismus“! Aber auch die meisten der hier lebenden Selbstdarsteller mit karibischen Wurzeln und ganz viel Jamaika-Utensilien, Bob Marley T-Shirts und bunten Strickmützen für kiloweise dreadlocks machen das Bild nicht besser. Schon zum Frühstück mit Bier unterwegs ist das Tagesziel ganz klar gesteckt: Möglichst viele Touristen um möglichst viele Dollar erleichtern – legal natürlich, aber teils dreist und frech.

Der Hol Chan Marine Park allerdings hält was er verspricht. Mehr noch, er übertrifft meine kühnsten Erwartungen. Karettschildkröten, Rochen und Ammenhaie machen jeden der 5 Schnorchelstopps zu einem spektakulären Erlebnis.  Manchmal tauche ich fasziniert von den Tieren so tief oder lange (oder beides), dass ich fast ersticke und nur auf letzte Rille die Wasseroberfläche erreiche. Aber nichts kann mich davon abhalten wieder und wieder abzutauchen, die Augen aufzureisen und schlicht weg fasziniert zu sein. Hier ist es ein Rochenpaar, was an mir vorüber fliegt, da sind es 10 oder mehr bis zu 4m lange Ammenhaie in deren Mitte ich schwimme. Ich muss mich selbst zwingen wenigstens zum Essen wieder an Bord des Bootes zu klettern. Fast immer bin ich der erste, der ins Wasser gleitet und der letzte, den der Guide wieder ins Boot winkt. Egal, jede Sekunde in diesem fantastischen Marine Reserve ist ein purer Genuss. So gehen Träume in Erfüllung. Danke!

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