Florida Keys

Etwas ernüchtert von den drei Tagen an der Ostküste fahren wir nach einem kurzen Stop in Miami bzw. Key Biscayne weiter auf die sogenannten „Florida Keys“, jener 180 Milen langen und über 200 Inseln zählenden Kette zwischen dem Atlantik und dem Golf von Mexiko, die an der Südspitze Floridas ihren Anfang nimmt.
Ja, und wie fast überall auf der Welt, aber definitiv hier in Florida, gilt das Motto: „Wo es schön ist, ist es meist auch exklusiv, auf jeden Fall aber teuer. Nun gut – überrascht sind wir nicht. Der erste Kontaktpunkt auf den Keys ist eine der typischen Touristeninformationen, von denen es auf jeder etwas größeren Insel eine gibt. Allesamt haben sie eines gemeinsam: Sie sind privat betrieben und daher Umsatz getrieben. Auf unsere schlichte Frage, wo wir denn mit unserem Kanu am besten die Inseln –gleichermaßen Mangroven und Strände- erkunden könnten, erhalten wir eine kurze Einführung in alle möglichen Arten der angeboten Touren auf den Keys, natürlich fehlen dabei auch nicht die eintägigen Segeltouren auf Key West. Laut unserem Kapitän a.D. ein absolutes Muss und zugleich unvergessliches Erlebnis für jeden Besucher der Keys. Da wir uns bei diesen Offerten nicht ganz sicher sind, ob wir bei den Preisen das ganze Segelschiff gleich mit kaufen, geben wir uns noch unentschlossen. Immerhin, eine wenn auch sehr touristische Karte der Inseln und eine ungefähre Vorstellung, was sich lohnen könnte und wo wir auch ohne Mitglied sein müssen unser Kanu zu Wasser lassen können, haben wir.
Weiter geht es Richtung Key West – immerhin, der Highway überwindet bis dahin sage und schreibe gute 125 Milen und 42 Brücken – die längste davon ist die 7-Milen-Brücke von Marathon hinüber zur Bahia Honda.
An ihrem Beginn finden wir einen wirklich schönen gemütlichen Zeltplatz, zu einem für hiesige Verhältnisse absolut fairen Preis. Ja, und nicht nur das. Um es vorweg zu nehmen, hier finden wir auch ganz nette Nachbarn. Das ich am 16.04. – also unserem zweiten Tag auf den Knight’s Key Camping Platz – Geburtstag habe, ist irgendwie durchgesickert. Ob unsere von Julia entsprechend gestaltete Tafelfolie auf der Schiebetür des Ducato damit etwas zu tun hatte, kann ich natürlich nur vermuten. Jedenfalls war ich damit nicht nur auf dem Campingplatz „geoutet“, nein, der Strom der Gratulanten verebbte auch den ganzen Tag nicht, den wir im Bahia Honda State Park (der übrigens als schönster Strand auf den Keys gilt) verbrachten.
Unsere Nachbarn –Mathilde und Tomasio- [ich hoffe wirklich, dass wir die Namen so richtig geschrieben haben] hatten zur Feier des Tages den Grill bereits mit diversen Leckereien bestückt. Süßkartoffeln, Hummerschwänze und Gemüse – wir bereicherten das Fest mit Shrimps und natürlich: Kaltem Bier. Eine Flasche Rum und etwas Cola fanden sich nebst ein paar Limetten zufällig auch noch im Ducato. Nice! …Das Beste habe ich ja fast vergessen: Key Lemon Pie, der überaus leckere Limettenkuchen – natürlich „homemade“ und mit echten Key Limetten, die ihn durch ihren herberen und aromatischeren Geschmack die einzigartige Note geben. High 5!
Allerdings möchten wir es keinesfalls versäumen noch eine andere Episode zu erwähnen, die unseren Abend unvergesslich gemacht hat. Als Claudia und Carlos –ebenfalls Nachbarn auf dem Zeltplatz- von meinem Ehrentag erfuhren, wurde spontan und ohne zu zögern eine Flasche Champagner geköpft.
Was soll ich sagen: ich bin jetzt wie auch vor einigen Tagen noch etwas sprachlos. Supernette Menschen – wir DANKEN Euch sehr, liebe Mathilde, liebe Claudia, lieber Tomasio und lieber Carlos. Sicher alles in allem einer der ungewöhnlichsten und unvergesslichsten Geburtstage, die ich je erlebt habe.
Was ich gut wiedererkannt habe, war das Gefühl am nächsten Morgen – ein typischer „Hangover“ eben…
Doch jeder Hangover vergeht irgendwann – meiner schon auf halben Weg Richtung Key West. Trotz aller Exklusivität die hier tatsächlich vorherrscht, hat das Örtchen auch angenehme Viertel, die wir mit dem Rad erkunden. Wer sich die Zeit nimmt und auf die Details achtet wird –so wie wir- mit einigen (visuellen) Entdeckungen belohnt.
Was wir uns allerdings sparen, ist der für Key West so „berühmte“ Sonnenuntergang. Den schauen wir uns lieber auf dem Rückweg von einer der nicht so berühmten aber dafür auch einsameren Flecken irgendwo auf den Keys an. Diese Entscheidung wird mit der nächsten angenehmen Bekanntschaft belohnt. „Seid ihr aus Saalfeld?“ fragt eine nette akzentfreie Stimme. „Jep!“ antworte ich. Und so lernen wir Kai kennen – aus Arnstadt, und gebürtig aus Neuhaus – gerade einmal einen Katzensprung entfernt von Saalfeld. So klein ist die Welt.
Danke für die nette Unterhaltung und viel Glück mit Deinem Startup „Loonybum“ in Miami.

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