Blue Ridge Parkway

Nachdem wir Richmond über die Interstate 64 verlassen haben, erreichen wir nach einer guten Stunde den Blue Ridge Parkway – jene als „National Scenic Byway“ ausgewiesene Panoramastraße, die fast 500 Meilen längs der Blue Ridge Mountains (also einem großen Teil der Appalachen) bis zu den Great Smoky Mouintains führt.

Hoch verläuft sie, kurvig aber vor allem geht es ständig auf und ab. Während wir es bergauf kaum schaffen im 4. Gang zu bleiben, weht uns auf den Bergab-Passagen nach einer Weile der Duft unserer glühenden Bremsen um die Ohren.

Wir genießen die noch vorherrschende Einsamkeit. Keine 10 Autos sehen wir am ersten Tag. An den darauffolgenden werden es noch weniger. Sämtliche Campingmöglichkeiten verharren noch im Winterschlaf – die ersten Campsites öffnen erst Anfang April, die meisten aber erst Anfang Mai. Selbst die Visitor Center begegnen uns mit geschlossenen Schranken. Entschädigt werden wir dafür mit traumhaften Ausblicken und kostenlosen Übernachtungsmöglichkeiten auf den besten der unzähligen Overlooks entlang des Parkway.

Die erste Etappe endet am Peaks of Otter, was uns am nächsten Tag einen Ausflug an die überaus imposante Natural Bridge nahe dem Örtchen Buchanan erlaubt hat. Eigentlich hatten wir ja mit dem Gedanken gespielt am oberen James River unser Kanu aufzubauen und ein paar Tage zu paddeln, aber dazu müssten wir erst einmal auf den Frühling warten und das könnte noch ein paar Tage oder gar Wochen dauern…

Weiter gehts am Tag #2 bis nach Doughton Park, von wo aus wir direkt weiter zu den schönen aber schweren Bouldern rund um Blowing Rock durchstarten. Übernachtet wird am wunderschönen Price Lake – auch hier direkt mit Seeblick und fast in Sichtweite des noch geschlossenen Campgrounds.

Tag Nummer 3 startet nach der Besichtigung der Linville Falls erneut mit einer schweren Bergetappe – oben angekommen scouten wir die Felsen aus – es muss doch hier etwas zum klettern geben… Ja, und in der Tat werden wir am Ship Rock fündig – leider fehlt uns aber (noch) der passende Führer – allerdings lernen wir hier eine wichtige Lektion: Mountain Project – eine kostenlose App, mit Hilfe derer man sich Routen in allen Bundesstaaten downloaden kann. Nun denn, wohl dem nächsten freien WiFi on the Road.

Mit fast leerem Tank und einen angeschlagenen Briten nebst Fahrrad und Packtaschen  stehen wir am Nachmittag etwa 20 Milen vor Asheville am Eingand des Mount Mitchel State Parks vor einer geschlossenen Schranke. Scheiße! Alles Jammern und Fluchen hilft nichts: Umdrehen, 15 Milen fahren und einen riesigen Umweg. Und das Hoffen, dass sich die Tanknadel etwas irrt. Tat sie! Ohne Stottern erreichen wir die nächste Tankstelle und eine halbe Stunde vor dem Schließen auch das Hauptquartier und geöffnete!!! Visitor Center in Asheville.

Da wir uns mittlerweile schon selbst (gut) riechen können und es uns nach einer Dusche verlangt, verlassen wir den Parkway und erreichen mit der Dämmerung einen sehr schönen Campingplatz am Davidson River. Keine schlechte Wahl, denn vorerst war unser Platz auch kostenlos. Aber leider hat auch das frühe Aufstehen nichts geholfen, der Platzwart (oder hier: Campsite Host) war schneller und unser abendliches Einschleichen schnell enttarnt.

Neuer Tag, neues Ziel: der Great Smoky Mountain National Park

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