Cayos Cochinos

Cayos Cochinos

Zwar sind die Cayos Cochinos wie auch Roatan und Utila ein Teil des weltweit zweitgrößten Barrier-Riffs, jedoch ist diese, aus insgesamt 16 mehr oder weniger großen (oder besser gesagt kleinen) Inseln bestehende Inselgruppe, an Honduras Karibikküste doch etwas ganz besonderes. Gerade einmal etwas mehr als 100 Garifuna (jene in Zentralamerika ansässige Volksgruppe, die aus der Verschmelzung von Sklaven westafrikanischer Herkunft mit Kariben hervorgingen) leben auf den zusammengenommen 2km² kleinen Cayos. Für luxuriöse Hotels und Tauchbasen ala Roatan und Utila ist hier kein Platz. Zu den Tagesbesuchern, die wie wir, mit den kleinen Booten aus der zugehörigen Kommune Sambo Creek herüber kommen, sind selten luxusverwöhnte Amerikaner dabei- hier gibt es weder Klimaanlagen noch laute Strandbars, keine Resorts oder Eco-Hotels. Wer auf den Cayos übernachten will, ist auf einfachste Unterkünfte angewiesen.

Das Umrunden der Insel, auf der unser Boot geankert hat, dauert keine 5 Minuten. Im türkis-blauen Wasser spielen Kinder, ihre Eltern kommen von Zeit zu Zeit mit einfachen Booten vom Fischfang zurück. Sämtliche Behausungen sind mehr oder weniger feste Bretterverschläge, gekocht wird zentral auf einem gemauerten Ofen, der mit Holz befeuert wird. Für uns gibt es leckeres Kokosbrot und Garifuna-Spezialitäten. ‚Caracol‘ – eine faustgroße Meeresschnecke – in einer schmackhaften Kokoscreme-Suppe mit Yucca und Kartoffeln. Danach gibt es genügend Zeit zum Schnorcheln. Die endlosen Korallengärten sind vom Strand aus zugänglich.

Viele internationale Institutionen, darunter der WWF und die Weltbank haben die Cayos zum wichtigen Bestandteil des Meso-American Barrier Reef erklärt, dessen Schutz Vorrang hat. Die hier befindenden Riffe gelten als die unberührtesten im Ökosystem der honduranischen Bay Islands. National sind die Cayos als Naturschutzgebiet sowie als Meeresschutzgebiet (oder wörtlich übersetzt Meeres-Naturdenkmal) ausgewiesen – und all das hat unserer Meinung nach vollste Berechtigung. Es gibt wenige Plätze auf der Welt, die mich so schwer beeindruckt haben wie dieser.

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2 Comments

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Juliareply
Januar 10, 2017 at 4:39 am

Danke für den informativ verfassten Bericht! Nun habe ich eine Idee davon, wie anders das Leben vor der Ostküste von Honduras ist. Ich bin gedanklich ein Stück mitgeschnorchelt, hab Yuka, Kokosbrot und Caracol gefuttert und habe wieder klarer sehen können wie wenig „normal“ unser deutsches Leben im Vergleich zu dem auf Cayos Cochinos ist.

2bfreereply
Januar 10, 2017 at 3:51 pm
– In reply to: Julia

Danke für diesen lieben Kommentar. Und ja, Honduras und Cayos sind anders – für uns auf jeden Fall einen Marker wert. Heißt: Hierher wollen wir gern nochmals zurück – allerdings wenn die Regenzeit hier zu Ende ist, also von Ende Januar. Nur dieser oder der nächste Januar wird es wohl nicht werden…

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