Yellowstone National Park – der älteste Nationalpark der Welt

Um diesen Nationalpark gerecht werden zu können, muss ich tief Luft holen, sehr tief. Ich befürchte weder meine rhetorischen Möglichkeiten noch mein Repertoire an Superlativen werden der Realität gerecht – oder anders gesagt, mir fehlen einfach die Worte um den Yellowstone angemessen beschreiben zu können.
Anders als alle anderen Parks zuvor erleben wir den Yellowstone mit allen Sinnen. Zuerst einmal natürlich visuell: mit einem Fest der Farben! – Es scheinen nicht nur alle bekannten Farben auf natürliche Art und Weise vertreten, auf seltsame Weise wirken sie intensiver, reiner bzw. klarer. Natürlich dominiert Grün – satte Wiesen und Wälder leuchten in allen Nuancen. Für das Auge eher ungewohnt sind die warmen Töne von Gelb über Tausende Varianzen von Orange bis über Rot ins tiefe Braun. Kreiert von Mutter Natur in Form von Bakterien, Mikroorganismen und Algen, welche die Ränder der über 1000 heißen Quellen bzw. Geysire wie eine Retina säumen. Und im Zentrum: sämtliche Blau und Türkistöne, die sozusagen die Augen der Quellen bilden. Manche sind so hieß, dass für Bakterien etc. kein Lebensraum besteht. Dann erstrahlen sie in einem so tiefen klaren Blau, dass keinen Vergleich zu anderen natürlichen Orten auf dieser Welt erlaubt. Während viele der Wasserlöcher zyklisch brodeln und toben, gibt es andere, die anscheinend eine stetig spiegelglatte Oberfläche haben und damit optisch noch kontrastreicher wirken. Keine gleicht der anderen, jede stellt ihre individuelle Schönheit zur Schau.
Dass wir uns quasi inmitten eines aktiven Vulkans befinden, wird hier trotz der vorhandenen Infrastruktur, der Straßen und Gebäude drastisch bewusst. Geysire tosen und spucken kochendes Wasser aus der Tiefe der Erde bis zu 100 Meter hoch. Der Wind bläst die schwefelhaltigen Dämpfe über die ebenen Flächen. Wir, die Zuschauer dieser Sinfonie riechen, schmecken, hören und nicht zuletzt spüren die Gewalten der Natur die uns hier umgibt.
Doch wie in jeder gelungenen Komposition existieren auch oder gerade im Yellowstone jene leisen, mit viel Sensibilität und Geduld wahrzunehmenden Akzente, die zwar in ihrer Dynamik ganz anders, jedoch mindestens gleichartig kraftvoll sind.
Wer sich die „Mühe“ macht, den Wecker vor Sonnenaufgang zu stellen um eine grasende Herde Bisons im warmen Licht der aufgehenden Sonnen, dampfend von der eigenen Körperwärme, in ihren anmutig ruhigen Bewegungen zu beobachten, der weiß um die schlichte, sinnliche, von voller Schönheit geprägten Art von Mutter Natur, Ruhe und Kraft zugleich auszudrücken.
Wer das Glück hat eine Grisly-Mutter mit ihrem, etwa einjährigen Jungen, aus etwa 20 Meter Entfernung zu beobachten, wer hier neben der Kamera auch seine eigenen Aufnahmefähigkeiten für Schönes auf „An“ gestellt hat, wird mit Momenten belohnt, die nicht nur wochenlang, monatelang oder jahrelang anhalten – nein solche Momente werden sicherlich ein ganzes Leben lang vorhalten.

An dieser Stelle fehlt mir nun die Energie noch trockene, faktuell bezogene Informationen über den Yellowstone anzufügen. Groß ist er, natürlich ist er das! Zehn Mal größer als der Rocky Mountains Nartional Park, und soundso viel Mal größer als dieser oder jener Park, aber was speilt das angesichts seiner Schönheit für eine Rolle.

Unser persönliches Fazit: Dieser Park war für uns in vielerlei Hinsicht DAS bisherige Highlight unserer Reise. Ein Besuch ist äußerst empfohlen!

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