Florida – Ostküste

Eigentlich wollten wir Florida auslassen und uns direkt auf den Weg nach Westen begeben, doch letztendlich war die Verlockung der im Reiseführer beschriebenen weißen Sandstrände, der multikulti-Metropole Miami sowie der Florida Keys und nicht zuletzt die der einzigartigen Everglades einfach zu groß.
Also machten wir uns kurz entschlossen und spontan auf, Florida einen Besuch abzustatten. Die Interstate hatten wir so schnell wie nur irgend möglich verlassen um auf dem Highway A1A, der fast ausnahmslos in Küstennähe verläuft bis nach Miami (und weiter auf die Florida Keys) zu fahren. Schnell merkten wir allerdings dass sich Florida schon gleich hinter dem Meer und dem in der Tat schönen Strand nur aus Häusern, Beton, Straßen, Ampeln und Einkaufszentren zu bestehen scheint. Kein Quadratmeter „freies“ Land. Wirklich überall entlang der 500km langen A1A ist das Land bebaut. Im besten Fall sind es einfache Häuser, aber je weiter wir nach Süden fahren werden aus diesen Häusern Villen und aus Villen werden Prunk- und Protzbauten. Ja ganze Orte scheinen nur aus Luxusunterkünften mit Palmen, meterhohen Hecken, Stahltoren, Zäunen und Security-Kameras zu bestehen. Als wir uns am dritten Tag etwas nördlich von Miami den Sonnenaufgang am Strand ansehen wollen, gelingt es uns fast eine Stunde lang nicht zum Strand und dem Meer durchzudringen – riesige Hotelklotze und Apartmenthäuser – allesamt mit ausschließlich privaten und gut gesicherten Strandabschnitten erlauben keine Besucher. „Kein Durchgang“, „Nicht einmal drüber nachdenken“ steht auf den Schildern, von einem Platz zum Parken ganz zu schweigen.
Nach einer Stunde reißt uns der Geduldsfaden – wir nehmen irgendeine der vielen privaten Straßen gen Strand, parken im absolut verboten Bereich, und ignorieren die Schilder, die uns vom Durchgang zum Strand abhalten sollen und: genießen einen herrlichen Sonnenaufgang!
Wie eine Enklave wirkte – als eine der wenigen positiven Erlebnisse an der Ostküsste – das Merritt Island National Wildlife Refuge, ein Naturschutz- und Erholungsgebiet mit 40 km Sandstränden. Die Insel befindet sich nahe dem Kennedy Space Center bzw. dem bekannten Cape Canaveral, deren Raketenstartrampen aus der Ferne gut zu sehen sind. Natürlich ist das Areal hermetisch abgeriegelt, als Besucher darf man nur das Kennedy Space Center bewundern – natürlich mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche… Wir haben diese Attraktion abgewählt und dagegen einen schönen Tag im Park verbracht.

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